12.07.2019

Märchenhafte Sonderschauen im Museum Rosenegg


Das Museum Rosenegg in Kreuzlingen befasst sich in seinen Dauerausstellungen vor allen Dingen mit der Geschichte der Schweizer Bodenseestadt und der Region sowie dem historischen Alltag der Bürger. Interessante Ausstellungsstücke, darunter alte Möbel und weitere Einrichtungsgegenstände sowie Textilien, unterschiedliche Waagen, Gemälde, ein Klostermodel und Dinge des alltäglichen Bedarfs aus der Vergangenheit, birgt das im 18. Jahrhunderte errichtete Herrschaftshaus Rosenegg. Früher diente das Palais als Wohn- und Schulgebäude, bis 2018 wurde es vollständig saniert und zeigt heute neben dauerhaften Exponaten faszinierende Ausstellungsstücke im Rahmen wechselnder Schauen. Derzeit sind zwei Sonderausstellungen im Kreuzlinger Museum Rosenegg zu sehen, die Kinder und Erwachsene ansprechen. Beide widmen sich thematisch einer ganz besonderen Welt – den Märchen, stellen diese aber in einen unterschiedlichen, spannenden Kontext.

Scherenschnitte mit Kinder- und Märchenszenen können in der Sonderschau, die noch bis zum 21. Juli 2019 einlädt, bestaunt werden. Das kunsthandwerkliche Bearbeiten von Papier mit Schere und Schnittwerkzeug, so dass im Papier bzw. mit dem Ausschnitt ein Bild entsteht, hat seinen Ursprung in China und war in Deutschland insbesondere ab Mitte/Ende des 18. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert verbreitet. Porträts, Ornamente, Märchen- und Landschaftsszenen wurden mit diesem Kunsthandwerk beispielshalber geschaffen. Scherenschnitte dienten vielen als kreativer Zeitvertreib und sie wurden unter anderem als Zierde, Mitbringsel und Geschenk genutzt.

Hans Christian Andersen beispielsweise tat sich nicht nur als Märchenschriftsteller, sondern auch als produktiver Scherenschnitt-Künstler hervor. Knapp 400 Schnitte sind von ihm überliefert und Experten gehen davon aus, dass der Däne weit mehr dieser kunstvollen Handarbeit gefertigt hat, viele Schnitte jedoch mit der Zeit zerstört wurden bzw. verloren gingen. Nicht selten entstanden die phantasiereichen, aufwendigen Arbeiten während einer seiner Erzählungen in Gesellschaften. Am Ende der Geschichte war dann auch der Scherenschnitt erstellt, teils zum großen Erstaunen seiner Zuhörer, sei es wegen der Kunstfertigkeit, des Multitaskings oder auf Grund der vielschichtigen Motive.

Bis zum 21. Juli können große und kleine Märchenfans im Museum Rosenegg in der Sonderschau „Märchenwelt im Scherenschnitt“ einige kunstreiche, von Elisabeth Voigt gestaltete Papierbilder bewundern. Dargestellt sind Themen aus der Kinder- und Märchenwelt.

Die zweite Sonderschau des Kreuzlinger Museums dreht sich ebenfalls um Märchen und kann bis zum 11. August 2019 besucht werden. Im Fokus stehen die tierischen Haupt- und Nebendarsteller der Märchensammler Brüder Grimm. In vielen Geschichten aus den berühmten Kinder- und Hausmärchen der zwei Brüder aus Hanau sind Tiere vertreten, beispielsweise beim „Froschkönig“, bei den „Bremer Stadtmusikanten“, bei „Brüderchen und Schwesterchen“, beim „Fischer und seiner Frau“, bei den „Sieben Raben“, bei „Aschenputtel“ und beim „Wolf und die sieben jungen Geißlein“. Bei der Ausstellung „Grimms Tierleben“ werden zehn Tierarten, die in den Erzählungen der Märchensammler vorkommen, vorgestellt, darunter Fuchs, Hase, Bär und Igel. Die Sonderschau blickt auf diese Tiere, ihren Lebensraum, ihr Verhalten sowie auf ihre Rolle in der Märchenwelt. Außerdem können die Museumsgäste einigen Tiermärchen lauschen.

Bildquelle: museumrosenegg.ch

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