10.12.2018

Sonderschauen: 1950er und 1960er Jahre


Zum Ende des Jahres werfen viele einen ganz persönlichen Blick zurück auf die vergangenen Tage. Welche Höhepunkte oder auch Tiefschläge gab es im letzten Jahr, welche Vorhaben konnten verwirklicht werden und konnten die guten Vorsätze von der Silvesternacht eingehalten werden? Ja, in der Vorweihnachtszeit wird oft zurückgeblickt, manchmal melancholisch, manchmal freudig auf die vergangenen Tage, Wochen, Monate oder auch Jahre. Die älteren Generationen erinnern sich dann oft gern an frühere Weihnachtsfeste zurück, als es üblich war gebrauchtes Spielzeug lediglich zu verschönern oder zu reparieren, statt neues zu kaufen, als selbstgefertigte Puppenstuben und Puppenkleider auf dem Gabentisch standen oder als der Christbaum nicht mit LED-Lichterketten, sondern mit echten Kerzen geschmückt wurde. Die gute alte Zeit … nicht immer gut, aber auch nicht durchweg schlecht, möchte man meinen.

Und nicht nur innerhalb der Familie und im Freundeskreis wird in diesen Tagen auf Vergangenes zurückgeschaut, auch manches Bodenseemuseum eröffnet in der Vorweihnachtszeit Sonderschauen, die einen interessanten Rückblick auf außergewöhnliche Epochen der Vergangenheit gewähren. Das Stadtmuseum in Radolfzell am Bodensee zum Beispiel widmet sich den Wirtschaftswunderjahren der 1950er und 1960er als Industrie, Gewerbe und Dienstleistungssektor eine auffallende Blüte erfuhren. Selbstverständlich war der nach den Kriegsjahren zügig einsetzende und andauernde wirtschaftliche Aufschwung dieser Zeit auch in Radolfzell deutlich spürbar. Hiervon berichtet das Stadtmuseum in seiner Sonderausstellung „Wirtschaftswunder. Bewegte Jahre in Radolfzell“, dabei unter anderem von der Entstehung der Mettnau-Kur Ende der 50er Jahre. Vom 15. Dezember 2018 bis zum 16. Juni 2019 können Besucher allerlei Interessantes aus der Radolfzeller Geschichte sowie dem Arbeiten und Leben der Radolfzeller zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders erfahren (Abschaffung der Lebensmittelkarten und Ende der Lohntüten etc.). Führungen und Vorträge zur Wirtschaftswunderära in Radolfzell am Bodensee, Deutschland und Europa sind während der Sonderschau geplant.

Auch das Dornier Museum in Friedrichshafen lädt Besucher ab dem dritten Adventswochenende auf eine Reise in die Zeit der Nierentische, Heimtonbandgeräte, Tulpenlampen, von Pilzkiosk, Toast Hawaii, BMW Isetta, NSU Prinz und Co. ein und zeigt außergewöhnliche Originalfahrzeuge. Mit der Sonderschau „Klein-kleiner-Kleinstwagen“ präsentiert das Friedrichshafener Museum für Luft- und Raumfahrt eine andere Form der Mobilität – Kleinstfahrzeuge mit drei und vier Rädern der 1950er und 1960er Jahre wie das Goggomobil. Nicht nur Fahrzeugunternehmen brachten die erschwinglichen und im Vergleich zum Zweirad witterungsgeschützten Vehikel auf den Markt. Sogar einige deutsche Flugzeughersteller fertigten während des Flugzeugbauverbots nach dem Zweiten Weltkrieg derartige Kleinstwagen – darunter den Dornier Delta und den Messerschmitt Kabinenroller – bis sie wieder ihre eigentliche Produktion aufnehmen konnten. Außerdem gab es bereits einen Erfolg versprechenden Nachfolger mit dem VW-Käfer, der Mitte der 50er Jahre als 1 Millionster Volkswagen vom Band lief und bis heute als Symbol der Wirtschaftswunderzeit gilt. Die Sonderschau des Dornier Museums ist vom 14. Dezember 2018 bis zum 30. April 2019 zu besichtigen.

Und wie verlief das Weihnachtsfest in den 1950er und 1960er Jahren? Ohne Fernsehen, aber mit Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsliedern aus Büchern oder dem Radio? Wurde das Glöckchen zur Bescherung geläutet? Gab es Eisblumen am Fenster und einen Teller auf dem Tisch mit Leckereien? Lag Nützliches und Praktisches unter dem Christbaum und wie viele Geschenke warteten? Gab es Spielzeug, das nur zum Hohen Fest bespielt werden durfte? Vielleicht fragt der eine oder andere in diesem Jahr (Ur)Oma und (Ur)Opa, wie es bei ihnen in der Kindheit zum Weihnachtsfest war.

Bildquelle: www.radolfzell.de

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