29.08.2008

1808: Ein Kloster als Schloss?


Das Leben Herzog Heinrichs von Württemberg in Wiblingen

Ungewöhnlicher Bruder des Württembergischen Königs: Herzog Heinrich.

Im Blickpunkt einer Ausstellung in Kloster Wiblingen steht eine heute nur noch wenig bekannte Persönlichkeit: Herzog Heinrich von Württemberg. Der jüngste Bruder des ersten württembergischen Königs Friedrichs I. bewohnte ab 1808 die „Beletage“ der säkularisierten ehemaligen Benediktinerabtei. Mit seiner Person ist die Umwandlung des ehrwürdigen Klosters zum „Schloss Wiblingen“ verknüpft.

Herzog Heinrich, 1772 im damals württembergischen Mömpelgard geboren, startete seine militärische Karriere in preußischen Diensten. Nach einer sehr unstandesgemäßen Heirat mit Caroline Christine Alexei – die Auserwählte war Schauspielerin und Sängerin – musste er den Militärdienst verlassen und seinen Verzicht auf die Thronfolge erklären.

Im Auftrag des Königs und Bruders zog Heinrich 1808 nach Wiblingen. Von dort aus sollte er als Chef eines Reiterregiments den neuwürttembergischen Landesteil sichern. Wenn auch keine Bilder der herzoglichen Wohnräume im ehemaligen Kloster existieren, so weiß man doch aus einem zeitgenössischen Inventar, dass Heinrichs „schicklich meublierte Wohnung“ mit verschiedenfarbigen Tapeten und wertvollem Mobiliar ausgestattet war.

Einen Großteil seiner Zeit widmete Heinrich seiner großen Leidenschaft: der Jagd. Mit diesem Thema befasste er sich nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch. In Fachzeitschriften veröffentlichte er mehrere wissenschaftliche Artikel und erfand sogar eine verbesserte Gewehrtechnik. Seine umfangreiche Gewehrsammlung hatte er mit nach Wiblingen gebracht.

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar: