Wasserburg ist eine der drei bayrischen Anrainergemeinden am Bodensee und gehört zum Landkreis Lindau. Seit seiner Gründung im Jahre 784 erlebte Wasserburg eine wechselvolle Geschichte und hatte zahlreiche Besitzer.
Mit dem Bau einer Holzkirche am Ufer des Bodensees wurde Wasserburg gegründet und gehörte eigentlich zum Kloster St. Gallen. Auf der Gründungsurkunde wurde als Name der neuen Gemeinde: Wazzarburuc eingetragen, was wörtlich übersetzt, eine Burg im Wasser bedeutet, denn ursprünglich war Wasserburg eine Insel. Die Herren von Schellenberg kauften Wasserburg im Jahre 1280 für 500 Silbermark und bauten die Stadt zur Festung aus. Genau 78 Jahre hielt diese Befestigung, dann wurde sie von den Truppen des Schwäbischen Stadtbundes völlig zerstört und fiel in die Hände der Herren von Ebersberg.
Vermutlich 1384 kauften die Grafen von Montfort die Stadt für 650 Pfund Heller, doch horrende Spielschulden zwangen die neuen Herren Wasserburg wieder zu verkaufen. Die neuen Besitzer hießen Fugger vom Kirchberg und sie bezahlten 1592 63.000 Gulden für den kleinen Marktflecken am Bodensee. Die Fugger machten aus der Insel Wasserburg 1720 eine Halbinsel und herrschten bis zum Jahre 1755. Dann wurden auch ihre Schulden so hoch, das sie die Herrschaft über Wasserburg an die Habsburger verkauften und diese richteten hier die erste Poststelle am Bodensee ein. Mit dem Verkauf an das Österreichische Kaiserhaus blieb Wasserburg fast 50 Jahre lang ein Teil von Vorderösterreich.
Erst durch den Reichsdeputationhauptausschuss im Jahre 1803 kam Wasserburg zusammen mit der Nachbargemeinde Lindau endgültig zum Königreich Bayern.
Die ersten Dampfschiffe konnten 1872 in Wasserburg anlegen und seit 1899 besteht eine Anbindung an das Schienennetz. mWasserburg gehört zu den malerischsten Städte am Bodensee. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Berge am anderen Seeufer und auf Liechtenstein. Die kleine Holzkapelle aus dem Gründungsjahr 784 wurde durch einen Blitzschlag 1655 völlig zerstört und im Barockstil wieder aufgebaut. Die Kirche, die heute zur Gemeinde St. Georg gehört, ist eine der Sehenswürdigkeiten von Wasserburg. Die Figur auf dem Hauptaltar stellt den Heiligen Gallus dar und an der Tür ist noch immer das Wappen der Fugger zu sehen. Drei Tafel an den Hauptpfeilern erinnern an die so genannten “G’frörne” ein Wetterphänomen, das ca. alle 70 Jahre auftritt und den Bodensee zufrieren lässt.
Eine andere Sehenswürdigkeit ist das Schloss Wasserburg. 1358 auf den Ruinen der ehemaligen Wehranlage erbaut, wurde das Schloss 1750 durch ein Feuer fast vollständig zerstört und zwischen 1979 und 1984 komplett saniert. Schloss Wasserburg ist heute in Privatbesitz und beherbergt heute ein Hotel.
Wasserburg gehört zu den beliebtesten Ferienorten am Bodensee und verfügt über zahlreiche Hotels und Pensionen mit 1.700 Gästebetten, sowie einem Campingplatz und einem Schwimmbad am Ufer des Bodensees.
(Bildquelle – Foto © Holger Spiering)