30.03.2008

Barockkirche Birnau


Barockkirche BirnauSüdöstlich von Überlingen, hoch über dem Bodensee, thront die barocke Wallfahrtskirche Birnau. Die nach nur vier Jahren Bauzeit, 1750, der Heiligen Maria geweihte Kirche gilt als schönster Sakralbau des Bodenseeraumes und als Schmuckstück entlang der Oberschwäbischen Barockstraße.

Die Kirche entstand als Ersatz für eine, nur wenige Kilometer nordwestlich befindliche, kleine Marienkapelle. Der einstige Abt des Salemer Filialklosters holte sich die bedeutendsten Künstler seiner Zeit ins Boot, um den göttlichen Bau zu vollenden. Die Pläne für das Gotteshaus stammten von dem Vorarlberger Baumeister Peter Thumb. Er entschied sich für ein langgezogenes Kirchenschiff mit einem vorgelagerten Querriegel, in dem sich einst Wohn- und Verwaltungsräume befanden. Heute können die Besucher hier Kreuze, Ikonen, Karten oder Kalender erwerben, welche sie an den Besuch in Birnau erinnern. Die imposante, zur Seeseite gewandte Fassade, besteht aus 11 Fensterachsen, welche vom Glockenturm überragt werden. Die in weiß und altrosa gehaltene Farbgebung entspricht dem Originalzustand.

Betritt man die Barockkirche, beeindruckt die Vielfalt an Bildern und Verzierungen im Rokokostil. Die Stukkaturen, üppigen Altäre und Skulpturen stammen von Anton Feuchtmayr. Bekannteste Skulptur ist der “Honigschlecker”, ein Engel mit einem Bienenkorb. Die Deckenmalereien schuf Gottfried Bernhard Götz. Zentrales Thema der Bilder ist die Jungfrau Maria. Es wird aber auch Bezug auf die Tradition des Ordens genommen. Neben den Ordensgründern fanden ebenso die Erbauer der Kirche ihren Platz. So stellt sich der Meister im Fresko “Maria als Königin” selbst mit Pinsel und Krücke dar. Was die Nachwelt an seinen Sturz vom Gerüst erinnert. Mittelpunkt der Wallfahrtskirche ist die hölzerne Marienstatue, welche ein unbekannter Meister 1420 schuf und der Wundertätigkeit nachgesagt wird.

In Anlehnung an den Petersdom besitzt die Birnau sieben Altäre, welche dem Bischof Erasmus von Antiochia, dem Heiligen Josef oder dem Mönch Bernhard von Clairvaux geweiht sind. Eine Besonderheit der Wallfahrtskirche sind ihre zehn Uhren, welche den Zeitgeist ebenso verkörpern, wie die Endlichkeit des Daseins. Das größte Zifferbaltt besitzt einen Durchmesser von 3,10 Metern und zeigt zur Seeseite.

Im der Kirche vorgelagerten Ordensgebäude befindet sich heute das Priorat der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau. Von der Terrasse vor der Kirche genießt man einen herrlichen Blick auf den Bodensee, bis hin zu den Schweizer Alpen.

(Bildquelle – Foto © Holger Spiering)

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