4.04.2008

Die Insel Reichenau


Insel ReichenauDie Insel Reichenau liegt am westlichen Rand des Bodensee. Genauer gesagt befindet sie sich im als Zeller See bekannten Teil des Sees. Dank ihrer Lage im äußersten Süden Deutschlands eignete sich die Insel schon seit Jahrhunderten perfekt zum Obst- und Gemüseanbau. Heute wird sie sogar als „Gemüseinsel Reichenau“ bezeichnet. Jeder Besucher wird gerne die zahlreichen Gemüsesorten wie Gurken und Salat direkt vom Feld in einem nahe gelegenen Restaurant genießen.

Der Name Reichenau ist bezeichnend, bedeutet er doch nichts anderes als „Reiche Au“. Dies bezog sich vornehmlich auf den besonders fruchtbaren Boden. Außerdem könnte die Insel jedoch vor allem auch als „reich an Geschichte und Kultur“ bezeichnet werden.

5 000 Einwohner zählt die Insel, welche durch einen Straßendamm auch mit dem Festland verbunden ist, heute und ist berühmt als eine Kulturstätte ersten Ranges. Im Jahr 2000 war es soweit: Damals wurde die gesamte Insel Reichenau mit ihrem Benediktinerkloster von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit ernannt.
Im Jahre 724 gründete dort der Wandermönch Pirmin aus dem französischen Meaux das allererste Benediktiner-Kloster auf deutschem Boden. In den folgenden Jahrhundertenentwickelte es sich zu einem der bedeutendsten geistigen und kulturellen Zentren des Heiligen Römischen Reiches.

Auf der Klosterinsel Reichenau entstanden zahllose handgeschriebene Bücher und Dokumente von heute von unschätzbarem Wert. Diese wurden von den Mönchen ebenso kunstvoll verfasst wie opulent illustriert. Um 840 schrieb der Benediktiner Strabo beispielsweise ein Werk über den Gartenbau im Kloster – wo hätte er dies besser tun können als auf der Reichenau. Im 10. und 11. Jahrhundert galt die klösterliche Malschule als beste im Land. Hier entstand unter anderem das Perikopenbuch Kaiser Heinrich II.

Die drei heute noch zu besichtigenden Gotteshäuser der Insel Reichenau stammen aus karolingischer Zeit. Um 800 wurde der Neubau des Münsters St. Maria und Markus auf den Fundamenten eines etwa 100 Jahre zuvor entstandenen Holzbaus, errichtet. Prachtvollster Teil der Kirche ist Allerheiligenaltar aus dem Jahre 1498, auf dem sich über 100 gemalte biblische Figuren befinden.

Die Kirche St. Peter und Paul, ebenfalls aus dem 8. Jahrhundert, besticht durch ihr Fresko eines thronenden Christus in der Hauptapsis. St. Georg ist die dritte karolingische Kirche der Insel. In ihrem Langhaus zeigen acht monumentale Szenen Jesus im Kreis seiner Jünger als Wundertäter.

Wer die wunderschöne Landschaft des Bodensees mit dem Erlebnis einer Kulturstätte von Weltmaß verbinden möchte, der entscheidet sich bestimmt richtig, wenn er in seinen Urlaub die Insel Reichenau besucht.

Weitere Infos unter www.reichenau.de

(Bildquelle – Foto © Holger Spiering)

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