23.07.2014

Sommerferien am Bodensee – Tag 4: Konstanz!


DSCF6658… schon von Weitem grüßen das mächtige Konzilgebäude und die Imperia die Gäste, die vom See aus die Kulturstadt Konstanz erreichen. Imposant präsentiert sich auch das rechter Hand, neben dem idyllischen Stadtgarten thronende Steigenberger Inselhotel, untergebracht in einem früheren Kloster der Dominikaner. Während das Schiff im Hafen angelegt, können Urlauber einen ersten Blick über die Universitätsstadt an der Grenze zur Schweiz schweifen lassen.

Dabei sticht insbesondere die neun Meter hohe und ca. 18 Tonnen schwere, sehr weiblich gestaltete Skulptur des Bodenseekünstlers Peter Lenk mit dem Titel „Imperia“ ins Auge. Sie symbolisiert eine Dirne zu Zeiten des Konstanzer Konzils von 1414 bis 1418. Als das Konzil in der Bodenseestadt abgehalten wurde, sollen mehrere hundert Freudenmädchen ihrem Tagewerk in Konstanz am See nachgegangen sein. Neben der aufreizenden Garderobe der Imperia fallen die beiden Figuren, die auf den hochgestreckten Händen der Dirne sitzen, auf. Es handelt sich hierbei um zwei kleine, dürre Männchen mit den weltlichen und kirchlichen Insignien, die an König Sigismund – den Initiator des Konzils – und an Martin V. – den während des Konzils gewählten Papst – erinnern. Die satirische Skulptur, die sich auch auf Honoré de Balzacs literarische Imperia beruft, ziert seit 1993 den Hafen von Konstanz am Bodensee und sorgte eine Zeit lang für jede Menge Gesprächsstoff. Heute ist sie ein ganz spezieller Anziehungspunkt und begehrtes Fotomotiv, auch da sich die mächtige Skulptur auf ihrem Sockel langsam dreht.

Gleichfalls auffallend ist die historische Konzilstätte am Hafen hinter der Imperia. Der beachtliche Bau wird als Veranstaltungslocation und gastronomischer Betrieb genutzt und beherbergt zum 600. Gedenkjahr des Konstanzer Konzils noch bis zum 21. September 2014 die Große Landesausstellung „Konstanzer Konzil – Weltereignis des Mittelalters“. Vielfältige, wertvolle Stücke aus ganz Europa werden hier in der historisch bedeutsamen Kulisse des Konzilgebäudes gezeigt. Vor dem Bau wurde zudem ein mittelalterlicher Nutzgarten angelegt, der interessante Pflanzen beherbergt und zu einem kurzen Spaziergang einlädt. Des Weiteren finden im Rahmen der Sonderschau zahlreiche spannende Führungen, Workshops und andere thematische Veranstaltungen statt, wie mittelalterliches Färben, mittelalterliche Tänze (24.08) oder Kräuteressigherstellung (26.07).

DSCF6668Da Konstanz am Bodenee seit 2014 das 600. Jubiläum seines Konzils feiert, werden jetzt und in den kommenden Jahren viele Events rund um dieses zentrale Ereignis im Mittelalter organisiert. Das Rosgartenmuseum widmet sich zum Beispiel momentan dem Städtischen Leben zur Konzilzeit und das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg birgt mit der Playmobilausstellung „Voll bis unters Dach“ eine wunderbare Attraktion für Groß und Klein. Das ALM zelebriert übrigens am Sonntag, den 27. Juli 2014 sein beliebtes Sommerfest, das in diesem Jahr als mittelalterliches Spectaculum mit Händlern, Handwerkern, Musikern, Gauklern, Edelleuten, Nonnen und sogar mit Dieben aufgestellt ist. Gewiss ein aufregendes Erlebnis für die ganze Familie!

Am Konstanzer Hafen laden schmucke Cafes und Restaurants zu einer Pause ein. Eine kleine Stärkung bevor es durch die Innenstadt geht, kann zweifellos nicht schaden und köstliches Eis in den außergewöhnlichsten Sorten gibt es hier außerdem. Etliche Wege und Gassen führen durch das historische Zentrum. Zum Glück gibt es genügend Ausschilderungen, um zu weiteren bekannten Sehenswürdigkeiten der Kulturstadt am Bodensee zu gelangen, wie beispielshalber zum hoch aufragenden Konstanzer Münster auf dem Münsterplatz mit der kleinen Glaspyramide, die gewiss vor allen Dingen die Aufmerksamkeit der kleinen Urlauber erregen wird.

DSCF6695Nördlich der „basilika minor“ liegt mit der „Niederburg“ der älteste Stadtteil Konstanz mit vielen rustikalen, schrägen und auch prächtigen Bauten. Ein prunkvolles Architekturbeispiel findet sich nahe dem Rheintorturm, der aus dem frühen 13. Jahrhundert stammt. Gemeint ist die leuchtend rote Residenz des Grundbuchamtes Konstanz in der Rheingasse. In der Niederburg ist es für gewöhnlich deutlich ruhiger, als in den anderen, recht belebten Teilen des Konstanzer Zentrums. Schmale Gassen, in denen Kunsthandwerker, Künstler sowie kleinere Geschäfte und Gastronomiebetriebe angesiedelt sind, prägen diesen romantischen, teils kuriosen Stadtteil.

DSCF6716Ebenfalls ein herrlicher Ort zum Spazieren und Verweilen offenbart sich mit dem Stadtgarten am Seeufer. Vom markanten Rheintorturm aus spazieren Gäste am Inselhotel vorbei zum beschaulichen  Stadtgarten. Auf den Bänken direkt am Bodenseeufer lässt sich der gelungene Ausflug am vierten Urlaubstag wunderbar Revue passieren. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es zurück zum nur wenige Gehminuten entfernten Hafen von Konstanz. Ein letzter Blick auf die stolze Imperia, ehe das Schiff Richtung Meersburg zurücksetzt…

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